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Das Land der Frühaufsteher

„Ich hab ein Angebot für dich bekommen“, sagte mein Verleger, „gar nicht so schlecht“, sagte er, „eine Lesung!“ Nach einer kleinen, aber bedeutsamen Pause fuhr er fort: „Also, um ehrlich zu sein, ich hab noch nie was von der Stadt gehört. Aber die Frau, die angefragt hat, klang ganz nett. Sie ist die Chefin vom Tourismusbüro. Und die Gage ist, äh, okay.“
„Aha“, sagte ich, und die Sache war eingetütet.


Einige Wochen später machte ich mich auf den Weg. Wie ich mittlerweile recherchiert hatte, lag die auch mir bis dato unbekannte Stadt in Sachsen-Anhalt und war mit dem Zug nur sehr umständlich zu erreichen. Ich bediente mich also des Automobils. Es war Hochsommer, der Himmel klar, um die 30 Grad. Ich passierte die Landesgrenze und ein großes Autobahnschild empfing mich. „Sachsen-Anhalt, Land der Frühaufsteher“. HAHA, dachte ich, das werde ich später bei der Lesung aufgreifen und eine vorzügliche Pointe anschließen, um die Stimmung zu lockern. Ich war wirklich gut drauf.


Je näher ich der Stadt kam, die auch weiterhin unbenannt bleiben soll, desto mehr verdunkelte sich der Himmel. Wolken schoben sich neben- und übereinander und mit dem abnehmenden Licht senkte sich auch meine Stimmung etwas. Zwei Tage zuvor hatte mich die Frau aus dem Tourismusbüro angerufen und mir mitgeteilt, dass der Lesungsort verlegt werden musste, „höhere Gewalt“, hatte sie schlicht gesagt, und so wurde ich vom Domplatz in ein Hotel verschoben. Meiner Frage nach den Vorverkaufszahlen war sie dreimal in Folge mit Bemerkungen über die Schönheit der Stadt ausgewichen und ich fand es unschick, sie ein viertes Mal zu stellen. Erst jetzt begann ich, mir ein wenig Sorgen zu machen.


Ich fuhr von der Autobahn ab, die Landschaft wurde unwirtlicher und der Asphalt löchriger. Die Fahrbahn engte sich ein und schließlich verschwanden die Straßenmarkierungen. Ich musste einem Rehkadaver ausweichen, der augenscheinlich schon ein paar Tage halb auf der Fahrbahn liegend vor sich hin weste. Ein Motorrad überholte mich mit abenteuerlicher Geschwindigkeit. Der Fahrer trug keinen Helm. Schönes, freies Sachsen-Anhalt, dachte ich, und sah schon das Ortseingangsschild vor mir.

Da im gesamten Internet kein Hinweis auf das betreffende Hotel zu finden gewesen war, musste ich mich nun durchfragen. Ein graugesichtiger Mann am Straßenrand war auf einen Kehrbesen gestützt und hob, als er mich sah, die Faust zur Begrüßung. Lieber den Nächsten fragen, dachte ich. Es stellte sich aber heraus, dass sich niemand sonst im Freien aufhielt, die Hauptstraße des Orts bot auch keinen Anlass dazu, sie war wenig einladend gestaltet, die meisten Geschäfte sahen sehr geschlossen aus und waren es mit Rolläden. Also wendete ich einige hundert Meter weiter und fuhr zurück zu dem Mann, der seine Position nicht verändert hatte, wieder die Faust hob und „Aaaargh“ machte, als er mich sah. Ein putziges Begrüßungsritual, dachte ich. Ich ließ das Fenster herunter und fragte: „Entschuldigen Sie bitte, mein Herr, wo ist hier denn …“ „Hier ist gar nichts!“, würgte er mich ab. „Verschwinde, du Hasendieb!“

Er hob den Besen und schwang ihn um sich wie eine sowjetische Hammerwerferin.

Ich legte kleinlaut den Rückwärtsgang ein und entfernte mich von ihm.
Tuut-tuut-tuut-tuut.
Tutututut. Ah, ein Straßenhund.

Ich suchte auf eigene Faust und wurde schließlich fündig. Das Hotel „Zur alten Eiche“ war prominent platziert und als einziges Gebäude im Umkreis von zehn Kilometern kürzlich gestrichen worden. In einem satten Laubgrün. Vor dem Eingang erwartete mich eine Frau, die stark nach Tourismusbüro aussah.

„Herr Ritter! Sie sind zu spät!“, begrüßte sie mich.

Ich war vier Stunden Auto gefahren und fünf Minuten nach der verabredeten Zeit angekommen. Es war noch über eine Stunde Zeit bis zur Lesung. Sie führte mich in den kleinen Garten des Hotels, wo vor der abgrenzenden Backsteinmauer fünf Bistrotische mit je vier Stühlen aufgebaut waren. Im Eck ein weiterer Bistrotisch mit einem Stuhl, einem Tischmikro und einer Blumenvase mit Gänseblümchen. Mein Reich.

„Ich mag ja kleine Lesungen“, versuchte ich, den Schock zu überspielen.

Sie begann, hektisch zu kichern. „Ja ja“, sagte sie. „Ach, jetzt, wo Sie schon hier sind, kann ich's Ihnen auch sagen. Die Lesung hätte ja auf dem Domplatz sein sollen, aber die Kirche hatte was dagegen. Wegen Ihrem Buchtitel. Weil da“, sie sah nach links und rechts, versicherte sich, dass wir keine Mithörer hatten, und fuhr flüsternd fort, „weil da Geschlechtsverkehr drauf steht.“

„Das meinen Sie doch jetzt nicht ernst?!“

„Doch!“

„Und deshalb wurde die Lesung hier her verlegt?“

„Ja.“

„Das ist ja grotesk.“

„Ich habe dann auch gar keine Werbung mehr dafür gemacht, weil ich mich so geschämt habe.“

„Kann ich einen Whiskey bekommen?“

„Wenn Sie ihn zahlen.“

„Können wir aufhören zu flüstern?“

„Ja.“

„Also mal im Ernst: Mit zwanzig Leuten kann so eine Lesung auch ganz nett werden.“

„Na … So viele werden's nicht. Im Vorverkauf sind zwei Karten weg gegangen.“

„Wie viel kostet der Whiskey genau?“


Eine Stunde später ging die Lesung los. Zu den beiden vorverkauften waren noch zwei Karten im freien Verkauf gekommen, alles Frauen um die fünfzig. Ich hatte mich in der Zwischenzeit beim Whiskey mit dem Hotelchef angefreundet, der mangels Beschäftigung und Beschäftigten auch die Bar bediente, und ihn dazu genötigt, zur Lesung nach draußen zu kommen. Er hatte auch seine aktuelle Bumse mitgebracht. Ich würde solche Worte nicht in den Mund nehmen, er hatseine Freundin selbst so bezeichnet. „Meine Bumse kommt auch mit, die macht hier auch die Betten. Manchmal, wenn keine Gäste da sind, weißt du … wir haben so viele Betten in denen wir es ...“ und so weiter. Mit der Tourismusfrau waren es also sieben Zuhörer, der Geselligkeit halber schoben wir zwei Tische zusammen und bildeten einen Kreis, auf das Mikro verzichtete ich.

Ich eröffnete mit der vorbereiteten lustigen Pointe zum Land der Frühaufsteher und beglückwünschte alle dazu, noch wach zu sein, immerhin war es 19 Uhr. „Versteh ich nicht“, sagte der Hotelchef, sonst reagierte niemand.

Oh, das wird schwierig, dachte ich, und wollte eine stimmungsfördernde Vorstellungsrunde anschließen.

„Ich bin der Herr Ritter. Wie heißen Sie denn?“, fragte ich eine der Frauen.

„Ich bin mit meinen persönlichen Daten vorsichtig“, sagte sie.

„Na, nu sag's ihm doch!“, half mir eine andere aus.

„Nie in Dreiteufelsnamen!“

Oh, das wird sehr schwierig, dachte ich.

„Sie ist meine Schwester und heißt Gisela“, sagte die andere.

„Halt dein schmutziges Schandmaul!“, sagte Gisela.

„Ich fang dann einfach mal an“, sagte ich.

Im Nachbargarten wurde während des ersten Texts ein Rasenmäher angeschmissen, und so lieferte ich einen sehr engagierten und zunehmend lauten Vortrag. Am Ende sank ich erschöpft zurück in den Stuhl.

„Normalerweise klatschen die Leute nach einem Text“, sagte ich.

„Aha“, sagte Gisela. Der Hotelchef klatschte einmal, immerhin. Er hatte eine Fliege auf seiner Backe erschlagen.

„Und das soll jetzt zwei Stunden so weitergehen?“, fragte Giselas Schwester.

„Nee, eine vielleicht“, beschwichtigte ich, auch in meinem Interesse.

„Zwei!“, stellte die Tourismusfrau klar. „Wir haben einen Vertrag.“

Während des zweiten Texts begann Gisela, sich recht laut und wiederholt in ein Stofftaschentuch zu schnäuzen. Es schien niemanden zu stören – bis auf ihre Schwester:

„Ist der ganze Schnodder jetzt raus?“ „Sei DU nur ruhig! Bei dir hängt der Schnodder an ganz anderen Stellen, du alte Sch...“

„Ich mach dann einfach mal weiter“, sagte ich. „Ich hab da einen Text über eine glückliche Familie ...“

Ich bemerkte, wie der Hotelchef seine Hand zwischen die Beine seiner Bumse gleiten ließ.

Während des dritten Texts sagte eine der Frauen, die bisher gar gar nicht in Erscheinung getreten war, unvermittelt: „Ich will jetzt nach Hause.“ Sie machte keine Anstalten, aufzustehen. Erst da bemerkte ich, dass sie im Rollstuhl saß. Ihre Begleiterin streichelte ihr mitfühlend den Arm und flüsterte: „Wir haben vier Euro Eintritt bezahlt. Wir bleiben bis zum Schluss.“

„Vielleicht machen wir zwischendurch mal eine Fragerunde?“, schlug ich vor.

Es begann, zu regnen.

„Raucherpause“, verkündete der Hotelchef und stand auf. „Wir können in der Wirtschaft weitermachen“, sagte er im Davongehen. Er hatte während der Lesung bisher fünf Zigaretten geraucht. Ob die Augen der Frau im Rollstuhl deshalb tränten, kann ich nicht mehr genau sagen.

„Na gut, Fragestunde. Ist das die schlimmste Lesung, die sie jemals hatten?“, fragte ihre Begleitung.

„Nein“, log ich. „Es läuft doch ganz gut.“

„Das waren jetzt 33 Minuten“, sagte die Tourismusfrau. „Drinnen dann also nochmal 87 Minuten. Eine Pause brauchen wir dann nicht mehr.“

„Doch“, korrigierte ich und meinte die Frage nach der schlimmsten Lesung. Noch wusste ich nicht, dass dies der angenehme Teil war.

Drinnen im Restaurant waren wir noch zu dritt. Der Hotelchef war mit seiner Bumse auf einem Zimmer verschwunden, der Rest hatte sich irgendwie aus dem Staub gemacht. Übrig waren Giselas Schwester, die Tourismusfrau und ich.

„Wollen wir das nicht abbrechen?“, fragte ich, nachdem ich den dritten Text in die Luft gelesen hatte.

„Sie werden dafür bezahlt! Für zwei Stunden lesen, nicht für weniger“, donnerte die Tourismusfrau.

„Meine Schwester ist eine ganz unangenehme Person“, steuerte Giselas Schwester bei. „Ich erzähl Ihnen mal was über sie, aber verraten Sie's nicht weiter ...“

„Ich lasse die Zeit nur laufen, währen Sie lesen. Wenn zwischendurch andere Themen aufkommen oder Sie was sagen, stoppe ich“, steuerte die Tourismusfrau bei.

„TSCHULDIGUNG“, rief jemand von hinten. „Ist hier diese pornografische Skandallesung?“

Wir drehten uns um. Ein Mann mit altmodischer Fotokamera um den Hals, der aus aus allen Poren seines Körpers „Lokaljournalist“ schrie.

„Ja“, sagte ich.

„Nein“, sagte die Tourismusfrau. „Die Lesung ist schon vorbei. Wir diskutieren nur noch drüber. Lief fantastisch. Fünfzig Zuschauer. Herrliche Gedichte. Über Liebe. Und Blumen. Und auch lustige Sachen. Über Männer und Frauen und so. Alle haben sich gefreut.“

Der Mann hatte längst den Notizblock gezückt und notierte eifrig mit, was er am nächsten Tag in die Zeitung schreiben würde.

Ich fühlte mich erlöst und machte mit: „Die ganzen Zuschauer mussten jetzt nur alle schon nach Hause, weil sie so früh aufgestanden sind.“

„Versteh ich nicht“, sagte der Journalist.

_____________

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Der innere Matthias Sammer

Zum ersten Mal meldete er sich, nachdem ich mein Abiturzeugnis überreicht bekommen hatte. Ich war richtiggehend in Feierlaune und mischte auf der anschließenden Party Asbach-Uralt mit Fassbier und White Russian, um gebührend auf die neue Freiheit, das ungezwungene Sein anzustoßen. Ich vollführte furiose Breakdance-Einlagen und steckte meine Zunge wahllos in Münder und andere Körperöffnungen meiner ehemaligen MitschülerInnen.
Da klopfte er von irgendwo innen in meinem Kopf an und sagte: ?Nanana, noch ist gar nichts geschafft, das Schwerste liegt noch vor dir. Bleibe immer fokussiert, immer klar, verliere dich nicht, folge deinen Zielen, und hänge sie hoch!?


Ich tat dieses, sein erste Aufbegehren als eine Form der Halluzination ab. Ich feierte weiter ungehemmt, steckte meine Zunge in Münder, Schnapsgläser und Steckdosen, womit ich mir immerhin zwanzig D-Mark verdiente. Das sind zehn Euro!


Ab da aber wurde ich ihn nicht mehr los. Ständig meldete er sich aus meinem Kopf, wenn ich im Begriff war, über die Stränge zu schlagen, und mahnte. ?Nicht zu früh freuen?, sagte er immer, nach jedem neuen persönlichen Erfolg. ?Du hast noch einiges vor dir. Wir müssen nüchtern und sachlich bleiben, analysierend, wir wollen das Große schaffen. Weshalb freust du dich, nur weil du eine alte Frau vor dem LKW weggezogen hast? Du könntest jeden Tag dreißig alte Frauen aus Lebensgefahren retten. Und zur Not bringst du sie vorher hinein. Wir wollen alles erreichen. Alles!?

Da begriff ich endlich, woran ich litt, was ich mir eingefangen hatte: Einen inneren Matthias Sammer.
In blassgrauem Pullunder und angeglichener Gesichtsfarbe sitzt er mit den Fingern ineinander nestelnd am Spielfeldrand und macht noch bei einer 4:0-Führung ?Gnnngnnng? und mahnt, und mahnt, und MAHNT. Der innere Matthias Sammer, der nicht sagt ?Wer saufen kann, kann auch arbeiten?, sondern ?saufe erst gar nicht und arbeite das Doppelte?, kurz: Die Verkörperung der miesmachenden, murrenden, moralmächtigen Spaßbremse.


?Matthias Sammer!?, sagte ich. ?Bist du das? Sitzt du seit Jahren zeigefingerschwingend in meinem Kopf und verbietest mir alles, was mir Freude machen könnte??

Da begann es, mir in der Nase zu jucken und zu zucken, ich schmiss den Kopf wie wild hin und her, hechelte wie eine Niederkünftige und glaubte zu ersticken, bis sich schließlich der größte Nieser meines Lebens löste und ich nebst einem Liter Rotz, Blut und Wasser Matthias Sammer aus meiner Nase ausstieß.


?Wow, das war ne ordentliche Ladung?, sagte ich stolz. Der kleine Matthias Sammer rappelte sich auf der Tischplatte auf, wischte sich Schleim aus den Augen und von der Glatze und sagte: ?Du kannst noch viel größere Ladungen ausniesen, du musst nur an dich glauben. Ich kann dich dazu motivieren.?

Dazu stampfte er wild auf, riss die Arme hoch und rannte schließlich in einem kleinen Kreis flink um sich selbst.

Ich verfolgte seine Bemühungen mit wachsender Faszination und merkte außerdem, dass sich eine neue, piepsige Stimme in meinem Kopf meldete: ?Lustige Geschichte, hab ich auch mal erlebt. Muss ich Ihnen unbedingt mal erzählen.?

Zeitgleich spürte ich den Drang, pseudointeressierte Fragen zu stellen, um die Antworten abzuwürgen und langweilige Anekdoten aus meinem eigenen Leben zu erzählen. ?Hoch-interessant?, sprach es in mir, ?ein großer Spaß, haha?, und umgehend begriff ich. Ich hätte Matthias Sammer niemals ausscheiden dürfen, denn er schien Platz gemacht zu haben für ein weitaus größeres Übel, für meinen inneren Markus Lanz ? der sich bereits in bester Bergsteigermanier aus meinem linken Ohr abseilte.

Matthias Sammer versank in eine pseusointellektuelle Denkerpose, nahm in einem Eierbecher Platz und schlug die Beine übereinander, da setzte Markus Lanz auf der Tischplatte auf.

?Einen schönen guten Abend, freu mich, dass Sie dabei sind, herzlich Willkommen, schönen guten Abend auch in die Runde, freu mich sehr, vielen Dank. Sehr interessantes Thema heute, hoch-interessante Gäste, hat man nicht jeden Tag?, sagte er und Matthias Sammer faltete sie Hände und legte die Stirn in Denkerfalten.


?Ein Hitzkopf ist er noch immer, auch wenn er sich von seinem Feuerschopf getrennt hat?, leitete Markus Lanz seine Anmoderation über Matthias Sammer ein, die er damit abschließen sollte, sich sehr über seine eigene Wortwahl zu freuen und ?köstlich? zu sagen.

Er stellte die üblichen erwartbaren Fragen nach den üblichen Belanglosigkeiten, Kindheit, Bolzplatz, Vater, DDR, Wende, Karriere, Rückschläge, Ehrgeiz, legte dabei erwartbar den Finger vor den offenen Mund, und Matthias Sammer sah erwartbar vor jeder Antwort erst mal ernst und verkniffen drein, bevor er zu einer wohlüberlegten Antwort ansetzte, die erwartbar nach zwei Sätzen durch eine weitere ?Ist es wahr, dass?-Frage unterbrochen wurde. Irgendwann wurde es Sammer zu bunt und er wendete sich stattdessen mir zu.

?Ich war jetzt lange genug in Ihnen?, sagte er aufgebracht. ?Was denken Sie sich eigentlich den ganzen Tag? Das hat doch gar nichts mit Fußball zu tun. Waren Sie überhaupt schon mal im Stadion??

?Ja?, sagte ich, ?zwei Mal in meinem Leben. Das war zwei mal am Millerntor, zwei Mal hat St. Pauli verloren, aber ich hab mich trotzdem immer gefreut, weil so viele Joints durch die Reihen gegangen sind.?

?Absolut inakzeptabel?, sagte Matthias Sammer. ?Keine Macht den ??

?Hoch-interessant?, sagte Markus Lanz. ?Darüber wird zu reden sein. Habe übrigens auch mal so was erlebt. Ich, als kleiner Springinsfeld in Südtirol, Fußballplatz, stehe am Sechzehner, laufe aufs Tor, zack, rutscht mir die Hose runter. Haha! Das war peinlich. Mittlerweile kann ich drüber lachen.?

Matthias Sammer und ich sahen uns entgeistert an, er wies mit seinem Streichholzkopf in eine bestimmte Richtung, ich folgte seinem Blick und sah, dass er auf die Fliegenklatsche hindeutete. Ich griff zu.

?Ein großer Spaß?, sagte Markus Lanz. ?Wir könnten uns lustige Hüte aufsetzen und Limbo oder Sackhüpfen spielen.?

Ich schlug zu. Lanz war Brei.

?Das kann nicht alles gewesen sein!?, brüllte Matthias Sammer und erreichte eine mximale Gesichtsröte. ?Du musst mehr erwischen, mehr, immer mehr, du musst sie alle kriegen!?

Und bevor er begriff, worauf seine ambitionierte Motivationsrede hinauslaufen sollte ? Patsch.

Und es war ruhig.
Ich entfernte die beiden mit einem Handfeger vom Tisch und warf sie in den Biomüll.

Seitdem ist es recht leer in meinem Kopf und irgendwie vermisse ich die Stimmen doch. Ich warte darauf, dass sich dort auch mal vernünftige Menschen ansiedeln.

Ein innerer Innenminister Friedrich zum Beispiel. Ich könnte niemals mehr auf der Straße überfahren werden, wenn er mir in Gefahrensituationen immer zuflüstert: ?Zuerst nach links schauen! Nach links!?

Oder ein innerer Lothar Matthäus, der mich zuverlässig sämtliche Realitäten vergessen, mich mich selbst als Reinkarnation von Jesus sehen und mich von mir in der indefiniten dritten Person sprechen lässt. ?Ein Christian Ritter braucht keine Reservierung. Gehen Sie ihm aus dem Weg, Sie Hanswurst.?

Ja, das wäre schön, dachte ich, ich könnte eine Million Facebook-Likes bekommen, wenn ich es mir nur ganz fest einbilde. Und ich glaubte, aus der Biotonne ein ganz leises, erschöpftes ?Darüber wird zu reden sein? zu hören.

 



Bücher von Christian Ritter gibt es im Buchhandel oder hier: » http://shop.unsichtbar-verlag.de/advanced_search_result.php?XTCsid=0552912ae8a860230baff40d4a03e6c3&keywords=ritter&x=0&y=0

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Nahtod mit Aygül

„Vielleicht hätten wir doch Trinkgeld geben sollen“, sagte Aygül und spuckte in wahrer Lamamanier vor mir auf die Straße. Früher habe ich Anstrengungen unternommen, ihr diese Gewohnheit abzuerziehen, aber man kriegt den Dschungel nun mal nicht aus dem Tiger, nur den Tiger aus dem Dschungel. Ein Speichelfaden klebte von ihr unbemerkt noch an ihrem Kinn fest, die Frühlingssonne verlieh ihm einen regenbogenhaften Schimmer.


„Quatsch, Trinkgeld“, rief ich aus, „ich fand die Performance des Kellners nicht allzu auszeichnungswürdig. Was soll der denn besser gemacht haben als andere?“

„Nunja“, entgegnete Aygül, „er hat dich immerhin wiederbelebt.“

„Aygül, ich bitte dich. Jeder Depp, der den Führerschein macht, muss einen Erstehilfekurs besuchen. Das bisschen Brustmassage und Mund-zu-Nase-Beatmung hättest selbst du hinbekommen, mein anatolisches Rehkitz.“
„Hach ja, wahrscheinlich hast du Recht, mein kleiner Blitzkrieger“, lenkte sie ein und bot mir einen Zigarillo an, den sie unter ihrem Kopftuch hervorgezogen hatte. Sie bunkert dort allerlei Krimskrams. Alles das, was andere Frauen in ihren Handtaschen herum schleppen, hat Aygül irgendwo in ihren Haaren stecken. Sie ist wie eine Wundertüte. Und sehr geschickt in der Stauraumnutzung, ich habe noch nie etwas herausfallen sehen. Allerdings habe ich auch noch nie ihre Haare gesehen.
„Ich weiß nicht, ob das so direkt nach einem Herzinfarkt eine gute Idee ist“, stellte ich in den Raum, bevor ich wie gewohnt den Filter abriss und mir Feuer geben ließ. Wir wechselten die Straßenseite.


Meine nächste Erinnerung setzt mit dem Erwachen auf der Intensivstation ein.


Aygül saß vor meinem Bett am Tisch, die eine Hand gespreitzt auf der Tischplatte, das Messer in der anderen tockerte sie geschickt und schnell in die Fingerzwischenräume. Um sie nicht abzulenken und weil ich das Geräusch als beruhigend empfand, wartete ich so lange, bis sie mich bemerkte.

„Ach gut, du lebst wieder“, sagte sie schließlich, ohne ihre Tätigkeit zu unterbrechen. Ich bildete mir ein, einen Hauch Erleichterung aus ihrer Stimme herausgehört zu haben.

„Das war sooo lustig“, fuhr sie fort. „Der Kellner, dem wir kein Trinkgeld gegeben haben, hat extra für dich noch einen Rettungswagen gerufen. Das ist doch nett, oder? Naja, und der Rettungswagen hat dich dann überfahren.“


Augenblicklich bemerkte ich die etwa 13 Schläuche, die sich um mich herum und in mich hinein wanden, außerdem spürte ich meine Beine nicht. Aygül betrachtete mich mit bohrendem Blick. Plötzlich hellte sich ihr Gesicht auf: „Irgendwie siehst du niedlich aus, so hilflos in deiner Korsage. Wie unsere Schildkröte, als sie mal auf den Rücken gefallen war, weißt du noch? Hach, ich vermisse Herrn Kröt.“


Ich hielt es für keinen guten Zeitpunkt, Aygül über die wahre Todesursache von Herrn Kröt aufzuklären. Dieter und ich hatten einen Pakt geschlossen, diese unsere Tat mit ins Grab zu nehmen. Es waren ein Liter Wodka, ein Nussknacker und unsere Mikrowelle im Spiel gewesen, mehr muss man nicht wissen. Zum Glück ist Aygül ab und an recht leichtgläubig, daher hatte sie uns damals geglaubt, dass Herr Kröt aus eigenem Antrieb geflüchtet sei, als Dieter und ich uns im Loop Jurassic Park 1 bis 3 ansahen, während sie sich auf einer fünftägigen Hochzeit vergnügt hatte.


„Woran denkst du?“, fragte Aygül.


Ich fühlte mich in meinen mörderischen Gedanken ertappt und hielt es für eine gute Idee, zu antworten: „Ich denke daran, dass ich dich unglaublich scharf finde.“

Aygül stoppte ihre Messerspielchen, erhob sich von ihrem Stuhl und führte eine spontane Bauchtanzeinlage vor, während der sie sich Stück für Stück auf mich zubewegte, dabei lutschte sie ab und an an ihrem kleinen Finger, um mich anzutörnen. Das Vorhaben versprach wenig Erfolg, denn ich hatte nicht nur einen Herzinfarkt erlitten und war von einem Krankenwagen überfahren worden, ich fühlte mich auch so.


Als Aygül sich so nah an mich herangetanzt hatte, dass ich fürchten musste, ihre Brüste in meinem Gesicht würden mir erneut die Sauerstoffzufuhr abschneiden, sah ich keine andere Rettung, als den großen roten Knopf zu drücken, der von der Bettstange zu mir herunter baumelte.


Wenige Sekunden später trat eine Krankenschwester in mein Zimmer ein, Typ Frau Holle, klein und rund wie eine Regentonne, dickbackig und in sich ruhend. Ich würde eine Wette darauf abschließen, dass sie während ihren Nachtschichten heimlich Kuchen backt.
„Na, Frau Aygan, Sie haben wohl noch nicht genug verloren heute. Alles oder nichts, was?“ begrüßte sie Aygül, die mittlerweile von mir abgelassen hatte.
„Was? Wie?“, hakte ich investigativ nach.
„Ach gut, Sie leben. Dann können Sie gleich Schiedsrichter spielen, wenn es zu strittigen Situationen kommt.“ Ich war perplex und nickte.


Aygül und Krankenschwester Gudrun – ich korrigiere – Aygül und „Wir-heißen-jetzt-Gesundheitspflegerinnen“-Gudrun, nahmen am Tisch vor meinem Bett Platz. Gudrun hatte mittlerweile ihr Messer gezückt und ich sollte die neue Runde im Fingerstechen einzählen. Wie ich später erfuhr, hatte Aygül während meines vierstündigen komatösen Zustands sechshundert Euro verloren. Außerdem lässt Schwester Gudrun ab und an ein paar Kanülen aus dem Lager mitgehen und ist eBay-Powerseller, aber das nur am Rande. Was sich Frauen eben so erzählen. Ich zählte den Countdown und das Duell begann.


Zu unser aller Glück starb im Zimmer nebenan gerade eine Dreizehnjährige an Alkoholvergiftung. Gudrun war dadurch leider gezwungen, mitten im Match aufzugeben, obwohl sie eindeutig wieder die schnellere Stecherin gewesen war.


Einige Zeit später war auf der Intensivstation wieder etwas Ruhe eingekehrt. Aygül wetzte zärtlich ihr Messer und sah verlorenen Blickes aus dem Fenster, ich selbst hatte mich überraschenderweise nicht fortbewegt und fixierte seit einiger Zeit die Kreuzung zweier Deckenplatten. Die Schiebetür glitt unhörbar auf, Schwester Gudrun betrat den Raum. Sie zog einen Packen Zehn- und Zwanzigeuroscheine zwischen ihren Brüsten hervor und warf ihn verächtlich auf den Boden. „Feierabend“, raunzte sie und verschwand sogleich wieder.

Die Wanduhr zeigte fünf Uhr morgens, draußen begann ein Specht mit seinem Tagwerk. Aygül setzte sich zu mir auf die Bettkante und blickte traurig auf die halboffene Schiebetür.
„Vielleicht hätten wir ihr Trinkgeld geben sollen“, sagte sie.

 

 

 

 

 

 

Moderne Paare teiolen sich die Frauenarbeit
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Aquaplaning

Kaum dass ich mich mit Vorsicht ins übertemperierte Badewasser habe ganz hineinrutschen lassen, bemerke ich, dass ein essentielles Utensil fehlt. Die Weinflasche steht parat, die Zigarillos harren ihrer Verknappung, der Plastikaschenbecher schippert im Wellengang über meinem Gemächt, der CD-Spieler gibt die jüngsten misanthropischen Ergüsse Jochen Distelmeyers, das Mobiltelefon schweigt still in der Seifenschale – nur: die Seife fehlt. Was bringt ein Vollbad ohne Seife? Das passt nicht, da fehlt doch was. Das Ying und Yang ist aus dem Gleichgewicht, ein Vollbad ohne Seife. Das ist ja, das ist ja, also, mir fehlen die Worte. Man stelle sich vor, man bekäme eine Kugel Haselnusseis ohne Waffel. Wie soll man die denn essen, da macht man sich die Hände ganz dreckig! Und wenn man nachher die braune klebrige Pampe an arglosen Passanten abwischt, beschweren die sich auch noch. Oder man geht in eine öffentliche Sauna und da sitzt keine beleibte Frau mit platten Brüsten bis zu den Knien – die ständig sagt „hier sind wir alle gleich“. Oder die USA ohne den internationalen Terrorismus. Das ergibt doch gar keinen Sinn, was sollten die Soldaten den ganzen Tag machen? Am Ende werden sie noch schwul vor lauter Langeweile – und spielen täglich beim Duschen nach dem Morgensport mit ihren muskulösen schwarzen und weißen Körpern das Spiel „Hoppla, jetzt ist mir die Seife runtergefallen.“ Die haben wenigstens Seife. Wo ist meine Seife? Ich will meine Seife! Ich beschließe aus Trotz, so lange unterzutauchen, bis irgendetwas passiert. Nach 30 Sekunden unter Wasser bereue ich das Vorhaben, warte aber vorsorglich noch ab. Zu meinem Glück löst sich just in diesem Moment eine Wandkachel und plumpst in die Wanne. Das war ein deutliches Signal. Ich tauche auf, greife zum Telefon und rufe Dimitri an, meinen besten Freund. „Hallo, Dimitri hier.“ „It’s me, August. Dimitri, was machst du?“ „Ich liege in der Badewanne.“ „Nein! Ich auch!“ „Oh toll, wenn wir jetzt Schulmädchen wären, würden wir die Finger einhaken und uns etwas wünschen, weil wir gleichzeitig das Selbe tun. Ich wünsche mir ein Fahrrad.“ „Und ich den Weltfrieden. Aber kommen wir mal zum Punkt. Das glaubst du nicht: ich habe hier gar keine Seife.“ „Ein Bad nehmen ohne Seife. Das ist ja wie wenn man in die Sauna geht und da sitzt keine beleibte Frau mit platten Brüsten bis zu den Knien.“ „Das hab ich mir auch schon gedacht.“ „Oder wie das Dritte Reich ohne Hitler.“ „Ja, das wäre wohl ähnlich gravierend gewesen. Manchmal sind diese Nazi-Vergleiche wirklich angebracht. Also pass auf: ich bin echt dreckig. Also nicht dreckig wie ein KFZ-Mechaniker oder eine verölte Möwe, aber schon ziemlich dreckig. Nur Wasser hilft da nicht. Ich brauche Seife.“ „Wie dreckig bist du denn genau?“ „Mal schauen — unter zwei Fingernägeln ist es schwarz.“ „Zwei von fünf oder zwei von zehn?“ „Moment — unter sechs von zehn Fingernägeln ist es schwarz.“ „Oh ja, das ist dreckig.“ „Was machen wir denn jetzt?“ „Bleib wo du bist, ich lass mir was einfallen.“ Dimitri lässt sich was einfallen. Das kann dauern. Ich plätschere den Aschenbecher herbei und rauche drei Zigarillos. Cognac dipped. Ich habe sie in einer fremden Jacke gefunden, als wir Dienstag zur Happy Hour auf der Bowlingbahn waren, acht Mexikaner Vierfuffzich. Das Telefon klingelt. Das ging flott. „Hallöchen.“ „Herr August?“ „Richtig.“ „Herr August, wir müssen über Ihre Ergebnisse vom MRT reden.“ „MRT?“ „Sie wissen schon, die große Röhre, in die wir Sie gestern geschoben haben, wo Sie sich die Musik aussuchen durften.“ „Oh ja, das war lustig. Als ich Scatman von Scatman John hören wollte und das hatten Sie nicht. Wissen Sie noch?“ „Ja ich weiß, das war gestern. Sie sollten schnellstmöglich vorbeikommen. Ihre Ergebnisse sind – nicht grade optimal.“ „Okay. Aber ich kann hier nicht weg.“ „Weshalb?“ „Ich habe keine Seife!“ „Oh … es scheint sich ausgebreitet zu haben.“ „Sollte ich jemals wieder aus der Badewanne rauskommen, schau ich bei Ihnen vorbei, versprochen.“ „Wir schicken einen Wagen.“ „Ach Quatsch. ICH melde mich bei IHNEN.“ Das wollte ich schon immer mal sagen. Bei meinen Vorstellungsgesprächen war das immer andersrum. Gemeldet haben sie sich nie. Naja, es gibt Wichtigeres. Ich habe noch immer keine Seife. Außerdem ist ein Loch in der Wand. Hoffentlich war es keine tragende Kachel. Ich schenke mir ein Glas Wein ein und warte ab. Das Telefon klingelt. Es ist Dimitri.

„August, kannst du mir mal aufmachen?“
„Wie soll das bitte gehen? Ich liege in der Wanne.“
„Ich lass mir was einfallen.“
Mein schriftstellerisches Talent reicht nicht so weit, dass ich das Geräusch einer Metall-Gießkanne, die Fensterglas durchbricht, plastisch beschreiben kann. Aber ich versuche es mal: klirrrrr. Kurz darauf klopft es an der Badezimmertür. „Herein.“
Dimitri öffnet und kommt enthusiastischen Schrittes auf mich zu. „Juhu“, schreie ich, und Dimitri erwidert: „Hier kommt der Retter in der Nooooo-“ Während des lang gezogenen Os hebt er vom Boden ab, kracht mit dem Hinterkopf aufs Waschbecken und landet schließlich punktgenau auf der Personenwaage. Sein Kopf wiegt 5,2 Kilo und als er auf meiner Seife ausgerutscht ist, hat er sie geschickt in meine Richtung manövriert, so dass ich sie bequem aus der Wanne heraus erreiche. Ich reinige meine Fingernägel und den Rest meines Luxusbodys, rauche noch ein Zigarillo, steige aus und frottiere mich trocken. Ich untersuche Dimitri, stelle fest, dass er noch atmet, kein Blut ausgetreten ist und er sowieso ganz friedlich aussieht. Soll er sich mal ausruhen. Ich lege mein Handtuch unter seinen Kopf und gehe ruhigen Schrittes zur Haustüre, an der es seit Minuten Sturm klingelt.
Es ist ein Krankenwagen, mit rotierendem Blaulicht, aber ohne Sirene. Schade. Die Jacken der Rettungssanitäter fand ich schon immer ganz hübsch, noch hübscher als die von Müllmännern. „Sind Sie Herr August?“ werde ich gefragt.
„Nein“, antworte ich. „Herr August liegt im Badezimmer. Er ist gestürzt. Vorher hat er ganz wirr geredet. Vielleicht hat ihm die Untersuchung gestern nicht gut getan.“
Als Dimitri kurz später als ich an mir vorbei getragen wird, fällt ihm eine Schachtel mit Seife aus der Jackentasche. Teure Sorte. Er ist wirklich ein guter Freund.

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