Blog

07.10.2010

Zigarettenbeziehungen – Beziehungszigaretten

Zwei Dinge braucht der Mensch um unbeschadet sein Dasein zu fristen und (einigermaßen) glücklich durchs Leben zu kommen. Zum einen: Liebe. Eh klar. Es gibt wohl nichts, das mit dem Gefühl vergleichbar ist, zu lieben und wieder geliebt zu werden. Und zum anderen: Die Sucht. Man kann natürlich auch süchtig nach Liebe sein, dann schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Mal ehrlich; im Grunde ist jeder nach irgendwas süchtig. Es müssen ja nicht immer gleich Drogen sein. Süchtig nach Schokolade, süchtig nach dem Adrenalinkick bei (Extrem-) Sportarten, süchtig nach der Lieblingsserie im Fernsehen. Hier widme ich mich aber einer sehr banalen, wenn auch häufig auftretenden Sucht: Der Nikotinsucht. Als ich das letzte Mal eine rauchte, fiel mir auf, wie nah die Liebe bzw. Beziehungen und Zigaretten doch beieinander liegen. Zumindest weisen sie einige Gemeinsamkeiten auf.

Erstmal, die Zigarette an sich. Sie ist wie eine Beziehung. Am Anfang entfacht das Feuer, das aufglühen der Leidenschaft. Und wenn man einmal eine hatte, kann man nicht mehr aufhören. Aber jede Beziehung ist so verschieden, wie jede Zigarettenmarke. Es gibt die Beziehungen, die schwierig sind, an denen man arbeiten muss, bis sie schließlich perfekt werden (Selbstgedrehte Zigaretten). Es gibt die, die lange dauern, fast eine Fernbeziehung sind (Marlboro 100) und die, die eher leicht und „dünn“ sind (Eve 120). Es gibt Menschen, die immer auf den gleichen Typ bei ihrer Partnerwahl zurückgreifen, also einen gewissen Standard haben, genau wie es auch Standard-Kippen gibt (Gauloises, Marlboro). Dann muss man sich auch immer auf den neuen Partner einstellen, auf seine Eigenarten, seine Macken, was manchmal unbeschwert (Light-Zigaretten) und manchmal auch ziemlich „hart“ sein kann (Schwarzer Krauser). Es gibt Menschen, mit denen man sich auseinander setzen muss, obwohl man sie eigentlich widerlich findet (Menthol-Zigaretten) und Menschen, bei denen man einfach nur das pure, reine Glück spürt und sich so frei fühlt, wie der Marlboro-Cowboy (Reval ohne Filter). Dann gibt es Beziehungen, die man nur führt, um einen gewissen Geltungsdrang zu stillen (Davidoff) und Beziehungen, die man nur nimmt, weil sie billig hergehen (Tawa oder einfach eine Kippe vom Boden aufheben und nochmal anzünden). Manche lässt man auch einfach ausgehen, weil man nicht mehr kann oder nicht mehr will und vielleicht besteht noch die Chance, dass man das Feuer nochmal entfacht, oder man drückt sie einfach aus, im ewigen Aschenbecher des Lebens.

Besonderer Dank geht an Flo und Jules, die diesen wunderbaren Gedankengang weitergesponnen haben.


auf facebook teilen
  •  
  • 0 Kommentar(e)
  •  

Mein Kommentar

Ich möchte über jeden weiteren Kommentar in diesem Post benachrichtigt werden.

Zurück zur Bloglist

YouTubeNewsletterSoundCloud

Meist gelesene Posts

Dirk Bernemann
4113 mal gelesen
Dirk Bernemann
3720 mal gelesen
Lisa Neumann
3141 mal gelesen
Stefan Kalbers
2887 mal gelesen